Zurück zur Startseite Die lückenlose Chronik

Dokumentiert,
aber nicht durchgesetzt

Über mehrere Monate wurde jeder behördliche Weg beschritten. Diese Chronik zeigt Schritt für Schritt, was geschah, mit Zitaten aus den behördlichen Schreiben. Sie bezieht sich ausschließlich auf den Vorgang und die Vollzugspraxis, nicht auf einzelne Personen.

November 2025 Initiative

Beginn der systematischen Dokumentation

Start der fortlaufenden Erfassung der Verstöße. Die ersten Meldungen gehen über die Plattform weg.li an die zuständige Stelle. Bis heute sind so über 600 dokumentierte Anzeigen zusammengekommen.

22. November 2025 Initiative

Erste Meldung an die Verkehrsüberwachung

Die kommunale Verkehrsüberwachung wird kontaktiert. Erst später stellt sich heraus, dass der Abschnitt außerhalb ihres Überwachungsgebiets liegt und allein die Polizei zuständig ist.

22. Januar 2026 Behörde

Telefonat: seit Jahren bekannt

In einem Telefonat mit der zuständigen Dienststelle wird eingeräumt, dass der Zustand seit Jahren bekannt ist und toleriert wird. Damit ist klar: Es fehlt nicht an Kenntnis, sondern an Durchsetzung.

23. Januar 2026 Behörde

Die Stadt bestätigt das Verbot

Die Straßenverkehrsbehörde der Stadt stellt schriftlich fest, dass das Halten und Parken auf dem Gehweg im betroffenen Bereich bereits jetzt verboten ist und eine Legalisierung ausscheidet. Sie bittet die Polizei ausdrücklich um verstärkte Kontrollen. Ein klares, hilfreiches Signal.

"Das Halten und Parken auf dem Gehweg ist bereits jetzt verboten, eine Legalisierung ist ausgeschlossen."
Sinngemäß aus dem Schreiben der Straßenverkehrsbehörde, 23.01.2026
27. Januar 2026 Initiative

Dienstaufsichtsbeschwerde

Nachdem sich vor Ort nichts ändert, wird eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht, um die ausbleibende Durchsetzung formell zu rügen.

Februar 2026 Behörde

Ortstermin und bauliche Maßnahmen

Bei einem gemeinsamen Ortstermin von Stadt und Polizei werden erste bauliche Maßnahmen beschlossen. Ab März werden sie umgesetzt; der Servicebetrieb Öffentlicher Raum ist vor Ort tätig. Die Stadt handelt sichtbar und konsequent.

9. März 2026 Behörde

Statistik wird nicht mitgeteilt

Eine Anfrage nach Zahlen zu tatsächlich erfolgten Ahndungen wird nicht beantwortet. Transparenz über den Umfang des Vollzugs bleibt aus.

20. März 2026 Initiative

Förmlicher Antrag an die Stadt

Ein förmlicher Antrag auf eine ermessensfehlerfreie Entscheidung über behördliches Einschreiten wird gestellt, verbunden mit einer gesetzlichen Frist.

8. April 2026 Initiative

Fachaufsichtsbeschwerde

Die Vollzugspraxis wird der übergeordneten Stelle zur fachaufsichtlichen Prüfung vorgelegt.

21. und 30. April 2026 Kernpunkt

Hinweiszettel statt Ahndung

Die Polizei verteilt im gesamten Abschnitt Zettel an Falschparker. Darauf stellt sie den Verstoß als Ordnungswidrigkeit ausdrücklich fest, sieht aber bewusst von einer Ahndung ab. Sie war also vor Ort und hat sich gegen die Durchsetzung entschieden.

"Ausnahmsweise wird von einer Ahndung abgesehen."
Wortlaut der von der Polizei verteilten Hinweiszettel
21. April 2026 Kernpunkt

Das Präsidium sieht keinen Fehler

Die Antwort auf die Fachaufsichtsbeschwerde erklärt die Vollzugspraxis für fachlich nicht zu beanstanden und behauptet, es würden kaum noch Falschparker festgestellt. Die fortlaufende Dokumentation belegt das Gegenteil. In dieser Antwort wird das Vorgehen als Teil eines Stufenkonzepts beschrieben, in dem das Verteilen von Hinweiszetteln als erste Maßnahme gilt.

"In der Gesamtbetrachtung ist dieses Vorgehen aus fachlicher Sicht nicht zu beanstanden."
Sinngemäß aus der Antwort des Polizeipräsidiums, 21.04.2026
28. April 2026 Initiative

Ausführliche Widerlegung

Eine detaillierte Stellungnahme widerlegt die Behauptungen Punkt für Punkt, gestützt auf die Dokumentation der eingereichten Anzeigen. Eine inhaltliche Auseinandersetzung damit erfolgt nicht. Die einzelnen Aussagen und ihre Widerlegung sind offen und nachvollziehbar in den häufigen Fragen auf der Startseite einsehbar.

28. April 2026 Behörde

Antrag wird abgelehnt

Der förmliche Antrag wird abgelehnt. Als Begründung wird angeführt, die Überwachung obliege allein der Polizei, die Stadt könne diese nicht anweisen. Der Bescheid verweist genau dorthin zurück, wo das Problem seit Jahren liegt.

4. Mai 2026 Initiative

Widerspruch

Gegen den Ablehnungsbescheid wird fristgerecht Widerspruch eingelegt, mit dem Ziel einer erneuten, ermessensfehlerfreien Entscheidung.

19. Mai 2026 Behörde

Schriftliche Zusicherung der Ahndung

Das Präsidium sichert nun schriftlich zu, dass festgestellte Parkverstöße verwarnt und gemeldete Ordnungswidrigkeiten geahndet werden. Eine klare Zusage, an der sich die Behörde messen lassen muss.

"Selbstverständlich werden von der Polizei festgestellte Parkverstöße verwarnt und die mitgeteilten Ordnungswidrigkeiten geahndet."
Sinngemäß aus dem Schreiben des Polizeipräsidiums, 19.05.2026
Juni 2026 Kernpunkt

Die Zusicherung bleibt folgenlos

Vor Ort ändert sich nichts. Dieselben Fahrzeuge stehen weiter an denselben Stellen. Einzelne Fahrzeuge wurden bis zu elf Mal am selben Ort angezeigt und stehen dennoch unverändert dort. Die schriftliche Zusicherung und die dokumentierte Wirklichkeit stehen in direktem Widerspruch.

12. Juni 2026 Behörde

Höhere Anforderungen an Anzeigen

Erstmals nach über sechs Monaten und mehr als 600 Anzeigen werden zusätzliche formale Anforderungen an die Anzeigen gestellt. Der zeitliche Zusammenhang mit der angekündigten Eskalation wird zur Kenntnis genommen.

Juni 2026 Kernpunkt

Stufenkonzept: erste Stufe sichtbar, zweite Stufe ausgeblieben

Im April 2026 beschrieb die Vollzugsbehörde ihr Vorgehen als Stufenkonzept. Als erste sichtbare Maßnahme wurden Hinweiszettel an Falschparker verteilt. Eine zweite Stufe, also das tatsächliche Verwarnen und Ahnden der Verstöße, ist vor Ort in den Wochen nach der Ankündigung nicht erkennbar geworden. Ein Stufenkonzept, das dauerhaft auf der ersten Stufe verbleibt, beseitigt die Gefährdung für Fußgänger nicht.

Die Häufigkeit der dokumentierten Verstöße hat in diesem Zeitraum nicht abgenommen, sie ist gestiegen. Fahrzeuge, die über Wochen hinweg wiederholt an denselben Stellen angezeigt wurden, stehen weiterhin dort. Das legt nahe, dass zumindest ein Teil der eingereichten Anzeigen nicht die schriftlich zugesagte Bearbeitung erfahren hat.

Juni 2026

Bauarbeiten erhöhen Parkdruck auf Gehwege der Gegenseite

Auf der stadteinwärtigen Seite haben Bauarbeiten entlang dem Geh- und Radweg begonnen. Seither ist auf der gegenüberliegenden, stadtauswärts führenden Seite eine deutliche Zunahme von Fahrzeugen in zweiter Reihe auf den Geh- und Radwegen festzustellen.

16. und 23. Juni 2026 Kernpunkt

Neues Schild umgefahren, Straßenverkehrsbehörde errichtet es neu

Das im Mai 2026 neu aufgestellte Geh- und Radwegschild stadtauswärts vor dem Einkaufskomplex wurde am 16. Juni 2026 von einem Fahrzeug umgefahren und dabei erheblich beschädigt. Das Fahrzeug befuhr mutmaßlich mit Abstellabsicht den Geh- und Radweg, obwohl an dieser Stelle absolutes Halteverbot gilt. Die Polizei hat den Unfall vor Ort aufgenommen und dokumentiert. Die Straßenverkehrsbehörde hat das Schild am 23. Juni 2026 umgehend neu errichtet.

Der Schaden an einem massiven Verkehrszeichen verdeutlicht das Gefährdungspotenzial, das entsteht, wenn Fahrzeuge den Geh- und Radweg befahren. Kinder auf dem Schul- und Kitaweg sowie Radfahrer nutzen diesen Abschnitt täglich ohne jede Schutzzone.

Juni 2026 Initiative

Der Gang an die Öffentlichkeit

Nachdem jeder behördliche Weg beschritten und ausgeschöpft ist, wird die Nachbarschaft informiert. Ziel ist, dass möglichst viele Menschen die Verstöße dokumentieren und so sichtbar machen, dass dies kein Einzelanliegen ist, sondern ein Problem der gesamten Nachbarschaft.